Wie Wildi fliegt
Trotz nassem und kaltem Wetter hat Wildi heute weiter seine Flugfähigkeiten geübt und ist heute mehrfach am Hang hin und her geflogen. Seine Flügel, die mit zahlreichen, teilweise 80cm langen Federn bestückt sind, helfen ihm dabei in der Luft zu bleiben. Wildis längster Flug bisher am Henglihang hat heute fast eine Minute lang gedauert (siehe Video). Bei Vögeln unterscheidet man in verschiedene Flugarten. Neben zum Beispiel dem Schlagflug benutzen Bartgeier sehr häufig den Segelflug. Beim Schlagflug sind die Flügel der Vögel durch ihre Muskelkraft ständig in Bewegung. Dadurch ist dieser Flugtyp sehr energieaufwendig, hilft aber vom Boden loszufliegen oder bei fehlendem thermischen Auftrieb an Höhe in der Luft zu gewinnen. Der Antrieb des Segelfluges hingegen ist nicht die Muskelkraft, sondern aufsteigende Luft. An Berghängen werden entweder horizontale (waagrecht strömende) Winde nach oben umgeleitet oder durch die Sonne erhitzte warme Luft steigt aufgrund ihrer geringeren Dichte nach oben (thermischer Auftrieb), sodass die Vögel den Hangaufwind nutzen können, um nach oben zu steigen. Durch ihre Flügelspannweite von bis zu 2.90 Metern und ihrem geringen Gewicht von bis zu 7 Kilogramm sind Bartgeier perfekt ausgelegt für den Segelflug. Sie können stundenlang und kaum mit den Flügeln schlagend sehr energieeffizent gleiten. Wildi muss im Gegensatz zu den älteren Bartgeiern (siehe Foto) die am Henglihang herum fliegen seinen Gleitflug noch üben und wir hoffen, dass das morgige sonnige Wetter ihm den nötigen thermischen Auftrieb dafür gibt.