Murmeltiere am Henglihang
Wenn man zum Henglihang läuft, kann man schon von Weitem die schrillen Rufe der Murmeltiere hören. Das Alpenmurmeltier (Marmota marmota) ist ein weiterer typischer Bewohner der Alpen hauptsächlich oberhalb der Baumgrenze. Das Alpenmurmeltier ist nach dem Biber der zweitgrösste Nager der Schweiz. Genau wie der Biber besitzt das Murmeltier lange orangene Nagezähne, diese sind mit einem speziellen eisenhaltigen Schmelz überzogen. Die Zähne wachsen lebenslang und müssen abgenutzt werden. Der Schmelz stabilisiert die Zähne und gibt ihnen ihre typisch orangene Farbe. Eisen ist also nicht nur für die orangene Färbung der Bartgeier verantwortlich, sondern tritt im Tierreich häufiger als Färbemittel auf. Alpenmurmeltiere fressen Wurzeln, Blätter und Blüten von verschiedenen Kräutern und Gräsern.
Auch sonst sind die Nager gut an ihre Umgebung angepasst. Neben dichtem, warmem Fell haben sie einen gedrungenen Körper und einen kräftigen Schulterbereich. An ihren Vorderfüssen haben sie vier und an ihren Hinterfüssen fünf Zehen, um ihre Baue zu graben, in denen sie Winterschlaf machen und ihren Nachwuchs grossziehen.
Ausserdem verfügen sie über ein beeindruckendes Warnsystem. Die wachsamen Tiere warnen sich gegenseitig mit schrillen Rufen, die durchs ganze Tal hallen. Dabei gibt es zwei Arten von Warnrufen: Eine Serie kurz aufeinander folgenden Tönen, die in der Tonhöhe abfallen, spricht für eine weniger bedrohliche Situation. Ein lang gezogener einzelner Ruf hingegen zeigt höchste Gefahr an. Dabei rufen Murmeltiere nicht nur wenn Steinadler und Fuchs in der Nähe sind, sondern auch bei Bartgeiern und Rotmilan. Es lohnt sich also immer bei Warnrufen die Umgebung abzusuchen.