Wildi erkundet die Schweiz

Bereits seit Mitte Juli sucht sich der junge Wildi eigenständig sein Futter und ist nicht mehr von unserer Fütterung abhängig. Dabei weitet er seine Streifzüge immer weiter aus und sucht Gebiet aus, wo auch andere Bartgeier - wie beispielsweise die mit einem Sender markierte Elfie - kreisen und offenbar Futter gefunden haben.  

Erste grosse Rundtour 

Bisher hielt sich Wildi länger beim Rotsandnollen und Huetstock oder den Regionen um die Wendenstöcke und das Balmeregghorn auf. Dort gelangen Irene Blatter Bilder, die wilde Luftspiele mit Kolkraben dokumentieren (siehe Bilderstrecke) . 

Anfang August flog Wildi innerhalb von drei Stunden von den Wendenstöcken bis zum Doldenhorn im Kanton Bern. Mit einigen Schlaufen handelte es sich allein beim Hinflug um insgesamt mehr als 150 km. Er legte in den drei Stunden nur eine kleine Pause von 45 Minuten ein und war ansonsten immer in der Luft. 

Am gleichen Tag flog er diese erste sehr grosse Strecke auch gleich wieder zurück und war nach fünf Stunden wieder am Ausgangspunkt. Obwohl dies Wildis erster so weiter Ausflug war, flog er, seiner guten Orientierung folgend, zielgerichtet zurück zu den Wendenstöcken. 

Ab in den Süden

Auch in südlicher Richtung hat Wildi die Alpen bereits erkundet: Am 13. August unternahm er einen Ausflug ins Wallis und Tessin bis hin zur schweizerisch-italienischen Grenze zwischen den Gipfeln Turbhorn und Blinnenhorn. Am nächsten Tag flog der junge Bartgeier im Bogen über das Risihorn und Gross Wannen- und Grünhorn im Wallis zurück zu den Wendenstöcken im Kanton Bern. 

Erkundungstouren nach Osten

Am 15. August war Wildi kurz beim Henglihorn, wo er von Hubert Hermes beobachtet wurde. Wie auf dem Titelbilder zu sehen, trug Wildi einen Hinterlauf von einem toten Huftier in seinen Krallen. Das ist der eindeutige Beweis, dass er gut Futter findet. 

Nach seinem Abstecher zum Henglihorn, das gleich neben der Auswilderungsnische liegt, flog der Jungvogel nach Osten durch den Kanton Uri, über den Gipfel Wasserbergfirst im Kanton Schwyz, durch die Glarner Alpen bis hin zu Piz Sardona und zum Laaxer Stöckli in Graubünden.  

Mehr als 1500 Kilometer zurückgelegt

Seit Mitte Juli hat der in diesem Jahr ausgewilderte Bartgeier bereits mehr als 1 500 km zurückgelegt. Wildi weitet also sein Erkundungsgebiet immer weiter aus, was sehr typisch ist für junge Bartgeier, denn erst wenn sie mit sechs oder sieben Jahren geschlechtsreif sind, suchen sie sich ein Territorium und sind ab da eher kleinräumiger unterwegs.