Nicht nur die Kühe werden am Henglihang gemolken

Immer wieder kann man an den Hängen vor der Auswilderungsnische braune Hügel entdecken: Ameisenhaufen. Ameisen gehören zu den Insekten und haben auch den typisch dreigeteilten Körperbau dieser Klasse. Genau wie Wespen und Bienen besitzen Ameisen eine deutliche Taille und sechs Beine (siehe Bild). Sie leben meist in einer grossen Gruppe, dem Insektenstaat, der fast ausnahmslos aus Weibchen besteht und Königinnen, Arbeiterinnen und Soldatinnen vereint. Diese Insektenfamilie ernährt sich vielseitig, denn während die Brut mit proteinhaltiger Kost gefüttert wird, für die zum Beispiel andere Insekten gejagt werden, ernähren sich die erwachsenen Tiere vor allem von zuckerhaltiger Nahrung wie Honigtau. Verschiedene Ameisenarten leben in einer Symbiose mit Blattläusen, dabei werden die Blattläuse «gemolken», um an den Honigtau zu kommen. Blattläuse sind saugende Insekten, die mit ihren Stechborsten bis in die Siebröhren von Pflanzen vordringen können. Dieser Saft enthält nur wenig Eiweissstoffe, sodass die Blattläuse besonders viel Saft aufnehmen müssen, um ihren Bedarf zu decken und den Rest als zuckerhaltigen Honigtau abgeben. Genau das machen sich Ameisen zu Nutze und streicheln mit ihren Antennen über den Hinterleib der Blattläuse, um die Absonderung der zuckerhaltigen Flüssigkeit zu stimulieren. Wird diese ausgeschieden, wird sie von den Ameisen unmittelbar aufgesogen. Teilweise wird der Tau direkt an Ort und Stelle gefressen oder er wird im Kropf gespeichert und in den Ameisenbau gebracht, um dort andere Individuen zu ernähren (siehe Video). Im Gegenzug wehren die Ameisen teilweise aggressiv Fressfeinde der Blattläuse, zum Beispiel Marienkäfer, ab.
Die faszinierenden Insekten übernehmen viele wichtige Aufgaben in Ökosystemen. So sind sie Jägerinnen als auch Gejagte, durchmischen den Boden und verbreiten Pflanzensamen. 


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