Gänsegeier am Henglihang
Mit blauen Himmel und Sonnenschein startete heute der Tag. Wildi flog um 06:27 Uhr bereits zum ersten Mal, frass ausgiebig, sonnte sich und flog ein weiteres Mal wieder etwas hangaufwärts. Auch heute war Wildi nicht alleine am Henglihang unterwegs. Paradiso, Elfie und zwei wildgeschlüpfte Bartgeier konnten heute von zahlreichen Besucher*innen beobachtet werden. Doch nicht nur Bartgeier landeten heute neben Wildi, sondern auch zwei Gänsegeier (siehe Video).
Gänsegeier sind neben dem Mönchsgeier, dem Schmutzgeier und dem Bartgeier eine der vier in Europa vorkommenden Geierarten. Im Gegensatz zum Bartgeier hat der Gänsgeier einen kahl erscheinenden Kopf und Hals. Das liegt daran, dass Gänsegeier Aas fressen und damit bei der Nahrungsaufnahme das Kopfgefieder nicht mit Blut verklebt, ist dieses stark verkürzt. Bartgeier ernähren sich zwar auch von Aas, haben sich aber auf Knochen spezialisiert und haben daher längeres Kopf- und Halsgefieder. Gänsegeier haben einen hellen Hals, helles Körpergefieder und wirken von der Oberseite sandfarben und auf der Unterseite bräunlich. Die Schwingen und der Schwanz sind schwarzbraun gefärbt. Gänsegeier brüten in Kolonien in offenen Nischen oder Höhlen an Felswänden. Findet sich ein Paar bleibt es ein Leben lang zusammen. Zur Nahrungssuche starten die Vögel einer Kolonie meist gemeinsam. So ist es nicht verwunderlich, dass heute nicht nur die zwei Gänsegeier die neben Wildi landeten (siehe Foto) zu beobachten waren sondern mit einem Mal 21 Gänsegeier über dem Graustock kreisten. In den Schweizer Alpen sind Gänsegeier zwar noch Sommergäste, können aber aufgrund von Wiederansiedlungsprojekten in Italien und Frankreich mittlerweile in der Schweiz immer häufiger gesichtet werden.