Futter für Vogelküken
Nicht nur Wildi ist als Jungvogel dieses Jahr am Henglihang aufgewachsen. Andere Vogelarten wie Alpenbraunelle (siehe Foto), Steinschmätzer und Ringdrossel haben am Hang gebrütet und ihre Küken gefüttert. Im Gegensatz zur Fütterung von Wildi mussten da aber die Elterntiere das Futter fleissig zusammensammeln. Die Alpenbraunellen füttern ihren Küken vor allem Insekten und deren Entwicklungsstufen. Auch die Ringdrossel- und Steinschmätzer-Küken (siehe Video) haben Insekten gefüttert bekommen, aber auch Würmer und Schnecken, sowie Samen standen dort auf dem Speiseplan. Die Elterntiere hüpfen bei der Futtersuche flink am Boden, über die Wiesen und zwischen Steinen und Felsbrocken hin und her. Sie transportieren das Futter für die Küken dann gesammelt im Schnabel (siehe Foto).
Bei Greifvögeln sieht die Suche des Futters und das Füttern der Küken anders aus. Bartgeierküken können in ihren ersten Lebenswochen noch keine Knochen verdauen und sind so auf Muskelfleisch angewiesen. Zur Zeit des Schlüpfens sind ausreichend Kadaver von Tieren, welche die harten Bedingungen im Winter nicht überlebt haben, vorhanden, und die Bartgeiereltern können ihre Jungen mit Frischfleisch versorgen. Dabei haben Bartgeier, anders als andere Geierarten und Greifvögel, keinen ausdehnbaren Kropf, um das Futter zu transportieren und auszuwürgen. Ein solcher Kropf wäre für die Bartgeier ein Hindernis beim Schlucken von Knochen, die sich darin verhaken könnten. Zum Beispiel Gänsegeier hingegen besitzen solch einen Kropf, um hastig grosse Nahrungsmengen aufnehmen zu können und als Vorratsort zu nutzen, sowie ihren Küken daraus hochgewürgtes Futter in den Horst zubringen. Dabei haben sie gelegentlich Probleme nach der Aufnahme grösserer Mengen wieder zu starten.