Das Daunenkleid hält warm

Durch die mehrmaligen Gewitter und starken Regengüsse hat sich die Temperatur am Henglihang wieder etwas abgekühlt. Auch Wildi ist dabei immer wieder nass geworden, wie wir letzte Nacht beobachten konnten, als er am Henglihang schlief. Kühlere Temperaturen im Sommer sind für Wildi und alle anderen Bartgeier ideal und Regen macht ihnen aufgrund ihrer Federn kaum etwas aus. Doch auch im Winter bei zweistelligen Minusgraden wird den Bartgeiern nicht kalt. Sie tragen wie viele andere Vögel ein wärmendes Daunenkleid. Daunenfedern (links im Bild) sind sehr weiche, pinselartige kleine Federn, die sich dicht am Körper befinden. Im Gegensatz zu anderen Federn (rechts im Bild) fehlt bei Daunen der Schaft oder er ist sehr verkürzt. Auch sind sie nicht ineinander verhakt, wie das zum Beispiel bei Deckfedern der Fall ist. Daunen, auch Dunen genannt, bilden durch ihren Aufbau eine lockere Schicht, die viel Luft speichert. Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter. Dadurch verliert der Bartgeier nur sehr wenig Wärme durch die isolierende Lufthülle an die Umgebung. Allen Vogelküken wachsen zuerst die Daunenfedern, um sie zu wärmen. 


Bartgeier trotzen sogar dem harten Winter in den Alpen und beginnen im Dezember zu brüten. Gänsegeier und Mönchsgeier brüten hingegen im wärmeren Mittelmeerraum und Schmutzgeier ziehen im Winter sogar bis südlich der Sahara.