Altersbestimmung bei Alpensteinböcken

In den letzten Tagen ist immer wieder eine Gruppe von Steinböcken am Horizont zu sehen gewesen. Heute sind vier Tiere sogar am Fuss des Henglihangs entlanggelaufen. Die Hörner des Alpensteinbocks können beeindruckende Längen von bis zu einem Meter erreichen. Die Hörner der Geissen werden bis 35 Zentimeter lang. Die Hörner der Böcke spielen eine wichtige Rolle bei der Konkurrenz um Paarungspartnerinnen und der Abwehr von Feinden. Bei der Geburt haben die Kitze noch keine Hörner, aber nach nur wenigen Wochen sind diese sichtbar und wachsen dann ein Leben lang. Durch die Jahreszeiten verändert sich das Wachstum der Hörner, wodurch Jahresfurchen entstehen, anhand der man das Alter der Tiere schätzen kann. In der Regel zeigen zweijährige Böcke drei deutliche Knoten und haben eine Hornlänge von 30 Zentimetern. Pro Jahr bilden sich zwei weitere Knoten, sodass dreijährige fünf, vierjährige sieben und fünfjährige neun deutliche Knoten an den Hörnern zeigen. Die Hornlänge nimmt etwa zehn Zentimeter pro Jahr zu, bis die Böcke fünfjährig sind und ihre Hörner eine Länge von 55 Zentimeter haben. Ab dem achten Jahrring werden anstelle der Knoten Querleisten gebildet. Ab dem zehnten Lebensjahr werden die Hornschübe viel kürzer und es werden schmale Jahrringe gebildet. Durch die Kämpfe der Steinböcke untereinander können die Schmuckknoten in kurzer Zeit stark abgenutzt werden. Daher ist die Altersbestimmung der Tiere vor allem mit guter Optik möglich. Manche Individuen tragen gelbe Ohrmarken, diese Tiere wurden aus anderen Regionen umgesiedelt (siehe Titelbild rechts).


Wildi ist heute kurz aufgetaucht, hat etwas gefressen und ist wieder am Horizont verschwunden. Heute Vormittag hat er ausserdem die Bergkette um den Gipfel Glogghüs, direkt bei Melchsee-Frutt erkundet.
 

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